Vielen Dank, liebe Karla, für diese umfangreiche und – wie immer – ausgezeichnete Übersetzungsarbeit!

Hier zwei Auszüge aus „Einzigartige Begebenheiten“ von Zingdad:

… Also, ein für alle Mal bitte ich dich, meine geliebtes Selbst, dass wir den Wunsch loslassen zu retten oder gerettet zu werden. So etwas wie eine wahre Rettung gibt es nicht.

Das kommt grundsätzlich nicht vor. Wenn es tatsächlich zu geschehen scheint, dann läuft es immer schief, und es kommt zu einer Katastrophe und verursacht weit mehr Schmerzen als gelindert werden. Das ist nicht zu empfehlen.


Z: Ja, abgemacht. Nicht mehr gerettet werden wollen und nicht mehr andere retten. Das  habe ich total hinter mir. Doch zwischen Retten und Helfen gibt einen entscheidenden Unterschied!


J-D: Ja, den gibt es. Eindeutig. Ich werde es kurz aufzeigen: Eine Retterin begegnet einem Opfer, und sie sieht jemanden der „zerbrochen“ ist. Das Opfer fühlt sich, als könne er sich selbst nicht helfen und fleht: „Bring mich in Ordnung“, und die Retterin sagt: „Ich werde dich in Ordnung bringen!“ Die Retterin trifft dann Entscheidungen darüber, was sie oder wofür sie etwas für das Opfer tun muss, und das Opfer ist der passive Empfänger ihrer Fürsorge. Oder vielleicht sagt die Retterin dem Opfer, was es tun soll, und er kommt dem gehorsam nach. Und weil das Opfer in einem Zustand der Bedürftigkeit bleibt und die Retterin in einem Zustand bleibt, die Bedürftigkeit zu beheben, wächst zwischen den beiden eine Abhängigkeit. Es wird nicht zugegeben, dass sich die Retterin eigentlich auch aus der Bedürftigkeit des Opfers nährt. Ebenso wenig will auch das Opfer wirklich heilen, da das die die Interaktion beenden würde. Folglich heilt das Opfer nicht, sondern wird stattdessen noch machtloser und ein noch größeres Opfer. Seine Bedürftigkeit bläht sich auf.


Früher oder später beginnt die Retterin zu fühlen, dass die Bedürftigkeit des Opfers zu groß ist, um sie zu bewältigen. Die Arbeit, ihn ständig zu retten, wird für sie zu mühsam. Kurz gesagt fühlt sich die Retterin durch die Bedürftigkeit des Opfers zum Opfer gemacht. Sobald das geschieht, beginnt die Retterin ihre Energie von dem Opfer abzuziehen, was dazu führt, dass sich das Opfer von der Retterin zum Opfer gemacht fühlt. Alles endet in einem großen Durcheinander, in dem alle immer tiefer in die Opferrolle sinken.


Eine Heilerin dagegen beginnt mit dem Wissen, dass sie eigentlich hier ist, um sich zuallererst selbst zu heilen. Sie weiß also, wenn sie einen anderen sieht, der Schmerzen hat,  dann sieht sie „ein anderes Selbst, dem etwas weh tut“. Sie kann abwägen, ob es für sie  richtig ist, zu versuchen, diesem anderen Selbst zu helfen oder nicht. Und eines der  wichtigsten Kriterien bei dieser Entscheidung ist, ob dieses andere Selbst in der Verfassung ist, wirklich Heilung zu suchen, oder ob es im Gegenteil ein Opfer ist auf der Suche nach einem Retter. Wenn die Heilerin entscheidet, dass es für sie richtig ist, den Klienten anzunehmen, dann beginnt die Heilerin mit der Überzeugung: „Es ist meine Aufgabe, dem Klienten zu zeigen, wie er sich selbst heilen kann.“ Heiler/innen helfen ihren Klient/innen, sich selbst zu heilen. Dem Klienten wird geholfen zu sehen, dass er kein Opfer, sondern in der Tat, der Schöpfer seiner Schwierigkeiten und auch der Schöpfer seiner eigenen Heilung ist. Es ist ein Teilen von Informationen, Weisheit oder was auch immer, was die Heilerin bietet. Wahre Heilung geschieht nur, wenn der Klient seinen eigenen Anteil an seiner Not/Krankheit und auch seiner eigenen Heilung annimmt. Wenn die Heilung abgeschlossen ist, dann wurde der Klient ermächtigt und wird zukünftig eher in der Lage sein, selbst seine Heilung in die Wege zu leiten. Er ist in jeder Hinsicht unabhängiger und stärker. Und die Heilerin wurde durch die Interaktion auch erweitert und geheilt. Die Interaktion endet rundum in Wachstum und Heilung.

Sowie die Heilerin heilt, wird sich die Heilung, die sie anbietet verändern. Sie wird auf immer höheren energetischen Ebenen arbeiten. Schließlich wird sie vollständig geheilt sein und aufhören, Heilung anzubieten und wird vollständig aufhören, in der Trennung zu bleiben.

 

… Und nun zu meinem dritten und letzten Punkt, bevor wir zu deinen Fragen kommen:

Ich möchte, dass du verstehst, dass an und in dieser Welt nichts falsch ist. Es gibt keine  Fehler und diese Welt ist nicht falsch. Die Welt braucht keinen Retter und es nicht nötig,  irgendetwas oder irgendjemanden zu verändern. Ich weiß nicht, wie ich dies noch klarer  ausdrücken soll; die Welt ist, in der Tat, genau, 100 % haargenau so, wie sie sein soll.

Und sie ist als eine „Wahl-Maschine“ gedacht. Die Rolle dieser Welt ist, dass sie, sobald du in sie hinein geboren wirst, dir ständig eine riesige Auswahl von Möglichkeiten bietet. Du wirst eingeladen zu glauben, dass dieses oder jenes Teil für dich wichtig ist, dass diese Sache es wert ist, dafür zu kämpfen und dir jenes Ding Sicherheit vermittelt, dass diese Person die Wahrheit kennt und jene Person für dich vertrauenswürdig ist, dass diese Geschichte die Wahrheit des Evangeliums und jene Geschichte eine erbärmliche Lüge ist, dass diese Gruppe meine Gruppe und jene Gruppe der Feind ist… und so weiter und so fort.

Diese Welt präsentiert dir ununterbrochen Wahlentscheidungen, denen du glauben sollst. Und in dem Moment, wo du das tust – noch in derselben Sekunde, in der du auch nur eine der Wahlen triffst, die die Welt dir vorstellt und an die du glaubst, als wäre sie wahr – heftest du dich an die Illusion. Dann beginnst du, deine Energie der Welt zu geben. Du beginnst, dieser Arbeit nachzugehen, für jene politische Partei zu stimmen, diesem Sportteam zu folgen, dich jener Gruppe anzuschließen, für diese Sache zu kämpfen, dein Geld in jenem Finanzierungsplan anzulegen. Und so weiter und so weiter. Nicht, dass davon irgendetwas falsch wäre. Doch was passiert ist, ist, dass du etwas Wahres – deine ewige, unsterbliche Schöpfernatur – genommen und an etwas Flüchtiges und Fiktives – die Illusionen dieser Welt – geheftet hast.


Noch einmal, das ist nicht falsch, doch es führt zu großem Schmerz. Und dieser Schmerz  veranlasst dich zu kämpfen und dich abzumühen. Das wiederum bewirkt, dass du dich noch mehr anheftest. Und so tauchst du immer und immer tiefer auf der Spirale hinab in die illusorische Welt der Trennung.


Und dieses spiralförmige Abtauchen in die Trennung setzt sich Lebenszeit für Lebenszeit  fort, so wie es gemeint ist. Es kann für eine Ewigkeit so weitergehen, wenn du es zulässt,  denn jede einzelne Wahl, die die Welt dir präsentiert führt dich wieder nach unten, tiefer in die Illusion hinein.


Es gibt nur eine Wahl, die dich aus der Illusion herausführt, und die ist, überhaupt nicht mehr zwischen den Wahlen, die die Welt dir anbietet zu wählen und stattdessen das zu wählen, was dir deine tiefste, innerste Wahrheit anbietet. Erst dann beginnst du die Welt loszulassen und beginnst dich in die höheren Bewusstseinsebenen zu bewegen. Doch trotzdem ist die Welt nicht falsch. Sie dient immer noch ihrem perfekten Zweck als eine bezaubernde Show, die all jene anlockt, die sie bis tief in eine fiktive Welt der Trennung und Dualität hinein erfahren wollen. Und sie tun nichts Falsches, sich diese Erfahrung zu wünschen. So wie du gewaltig gewachsen bist und dich entwickelt hast, indem du hierher kamst, so haben sie dasselbe Recht, das zu tun.


Es ist also für dich nicht angesagt, die Welt zu verändern und zu versuchen, zu verhindern, dass sie die perfekte „Wahl-Maschine“ ist, die sie ist. Noch weniger ist es für dich angesagt zu versuchen, andere zu verändern und zu versuchen, zu verhindern, dass sie dieselbe Art von beschleunigtem Wachstum erfahren, das du hier gefunden hast.
Also, ein für alle Mal bitte ich dich, meine geliebtes Selbst, dass wir den Wunsch loslassen zu retten oder gerettet zu werden. So etwas wie eine wahre Rettung gibt es nicht. Das kommt grundsätzlich nicht vor. Wenn es tatsächlich zu geschehen scheint, dann läuft es immer schief, und es kommt zu einer Katastrophe und verursacht weit mehr Schmerzen als gelindert werden. Das ist nicht zu empfehlen.

Zingdad: Einzigartige Begebenheiten