Hawaii 2 Feuer – Fortsetzung

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….Als ich in Hilo (der Hauptstadt von Big Island) gegen Abend angekommen war, bekam ich ein erstes „Bild“ von dem, was in den nächsten drei Tagen hier zu machen sei. Vergeblich versuchte ich für den kommenden Tag eine Tour zu Pele’s aktivem Vulkan im Süden zu organisieren und ich begann zu verstehen, dass es dazu einer gehobeneren Hotel-Kategorie bedurfte, als mein kleines „Inn“ es darstellte. Ich war damit scheinbar automatisch „dis-qualifiziert“. Doch es war eine gemütliche kleine und familiäre Unterkunft, die ich mochte. Und von ihr aus konnte ich praktisch alles für mich Wichtige sehr gut erreichen.

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Bushaltestelle in Hilo: ein grosser Banyan-Baum…

Also ging es am nächsten Morgen ganz früh mit dem öffentlichen Bus los und eine sechzig-Kilomenter-Fahrt konnte da schon mehr als zwei Stunden dauern. Es war kalt dort, denn nach „amerikanischer Manier“ verwendet man Klima-Anlagen, um die Menschen schock-zu-gefrieren, statt einfach ein wenig abzukühlen.

Pele aber „fackelte“ trotz allem nicht lange herum, sondern kam sofort zur Sache, als wir mit dem Blick auf den viertausend Meter hohen Mauna Loa Vulkan dem Kilauea Vulkan entgegen fuhren. Ernst war sie und überaus emotional. Sie pfauchte, glühte und kochte über, als sie mir ihre Geschichte erzählte und auf ihr Land zeigte, das noch übrig blieb. Zwischen ihren Worten war aber auch ein wenig Stolz zu hören… auf die Kraft, die sie sich bewahrt hatte – trotz allem, sagte sie und paffte. Und ich hörte ihr einfach zu.

Kalt war es auch am Eingang zum Besucher-Zentrum, an dem der Bus hielt und ich war froh, dass ich eine entsprechende Kleidung mitgebracht habe. Hier war die Höhenlage spürbar.

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Als ich ihr Land betrat, war Pele plötzlich ruhig. Kurz versuchte ich mich über die Wanderwege zu informieren, von denen es zurzeit nur wenige gab, da der Vulkan gerade sehr aktiv war. Und eigentlich ging ich dann einfach los und liess mich von Pele leiten. Aber war es wirklich nur Pele?

In meiner Hand hielt ich den Lapislazuli und dann noch einen hellen Stein von der Sunshine Coast in Canada, der die Einhornkraft repräsentierte. Während der Nacht war er am „Herzen“ des blauen Steines gelegen, welcher ihn wie eine Mutter in ihre Arme genommen hatte.

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Somit hatte ich zu Pele eine „kühlende“ Begleitung und eigentlich war sie es, die mir „den Weg“ weisen sollte.

Vor mir lag nun jener Krater, aus dem ständig Rauch hervor kam und in den Tiefen des Ozeans rumorte es. Er spülte Erinnerungen hoch aus der fernen Vergangenheit des Planeten und sie werden nun wohl wichtig werden.

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Im Hintergrund erschien der grosse Mauna Loa wie ein flacher Hügel, während sich alle Aufmerksamkeit auf den Krater-Kessel hier konzentrierte. Mein Weg begann mit der Umrundung des „kleinen Krater-Kessels“ vor dem „grossen Krater-Kessel“ – was ich jedoch erst langsam realisieren sollte. Bald schon ging er in einen schönen Farn- und Regenwald hinein und auf weiten Strecken war ich ganz alleine dort. Die meisten Touristen wurden zu bestimmten Ausblickspunkten hingefahren und das war es dann auch für sie. Doch meine Aufgabe war eben eine andere.

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„Das Steissbein“ hörte ich es immer wieder flüstern, als mein Blick zum „kleinen“ Kessel unten frei wurde. Und erst nach einer Weile begann ich zu verstehen… die Sternensaat… im unteren Teil unserer Wirbelsäule… die Feuerkraft, die dort aufsteigt, wenn alles seiner natürlichen Entwicklung folgt… Und der verbrannte Kessel dort unten. Pele stöhnte. Ihr Schmerz war gross.

Auch unter unserem Steissbein ist die Sternensaat gespeichert, welche gezündet werden sollte durch das Feuer des Lebens… das „Pele“ jedoch zurückhalten musste (so gut sie es vermochte), weil es zerstörerisch geworden war. Trotz der Kühle des Waldes war mir nun heiss geworden und es fühlte sich an, als würden meine Zellen in dieser Hitze zu schmelzen beginnen. Ein Feuer, das nicht aufsteigen kann, wird eben zerstörerisch und es schmilzt alles, was ihm in die Quere kommt, in den Boden hinein. So sieht es momentan aus – in uns und überall auf dem Planeten.

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Doch eine andere Kraft ist bereits da… und sie zeigt uns den Weg heraus aus diesem Dilemma. Ich halte ihren Stein in der Hand und sie führt mich. Ihre Energie ist zart und fein und dennoch sehr mächtig.

Als ich aus dem Lava-Tunnel herauskam, den man dort besichtigen kann, wusste ich, was ich zu tun hatte. Doch es sollte noch ein weiter Weg werden – ausgestattet mit einem Wanderstock, um mein verletztes Bein zu schonen. Pele hingegen war schonungslos. Für sie stand nun alles auf dem Spiel.

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Bald schon änderte sich die Umgebung und der kühlende Farnwald wich einer kahlen und harschen Vulkan-Landschaft. Und es dauert nur kurz, da ging auch der Weg über diese glasig-knirschenden Lava-Flüsse, die erkaltet und dennoch ziemlich heiss waren. Die Umrundung des “kleinen Kessels” war vorbei…

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… und Pele paffte und rauchte in der Ferne, während ich über ihre verbrannte Erde wanderte, um zu jenem Platz zu gelangen, an dem der „alte Knoten“ geöffnet werden konnte, der Verbindungspunkt zwischen „Steissbein“ und „Kreuzbein“. Das ist ein heikler Punkt, denn über ihn wurde „gekreuzigt“ und „gedreht“. Wir kennen das schon. Und seither ist die Aufrichtigkeit unserer Körperachse verloren gegangen – genauso wie es mit der Erdachse geschehen ist. Wie im Kleinen, so auch im Grossen.

Es wäre keine Arbeit mit Pele gewesen, wenn ich einfach so dahin-wandern hätte können. Doch hier ging es um Details und um jeden einzelnen Schritt – wenn auch die sich aneinander reihenden Schritte bereits einige Kilometer Wanderung für mich bedeuteten.

Das Knirschen unter meinen Füssen wurde intensiver und überall zeigten sich Spalten, Risse, Öffnungen… von der Wucht eines ihrer Ausbrüche. Doch Pele schwieg … und sie lauschte mit mir jener Kraft, die aus einer so unendlichen “Höhe” kam, dass sie kaum mehr spürbar war. Es ist diese Einhorn-Kraft, welche unsere höhere Führung und unsere Reinheit als Seele und als Planet repräsentiert.

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Der Mauna Loa im Hintergrund der beiden letzteren Fotos…

Langsam näherte ich mich dabei dem „grossen Kessel“, dem Kreuzbein – welches über die Bewegungen des Steissbeins das Feuer empfängt und dann nach oben leitet und umgekehrt dann wieder nach unten, in einem ewigen Kreislauf. Doch genau dieser Kreislauf war unterbrochen worden… genauso wie nun meine Wanderung unterbrochen wurde durch eine Absperrung genau an diesem Punkt: „Danger – Gefahr!“ hiess es da.

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Als ich in den Kessel hineinblickte, ging ein Zittern durch meinen Körper und ich spürte die Macht und Ohnmacht dieser elementaren Kraft des Feuers. Doch über mir bewegte sich nun etwas und es wartete… auf seinen Auftrag.

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Fortsetzung folgt!

 

Copyright: http://inner-resonance.net/ (Magda Wimmer)